"Selbstentwicklungsraum" ist eine Blended Learning Plattform für Kommunikationsseminare an der Hochschule Darmstadt.
Sie wird in Kooperation von den Fachbereichen Gestaltung, Informatik, Media und SuK (Sozial- und Kulturwissenschaften) entwickelt und soll begleitend zu einwöchigen Kommunikationsseminaren eingesetzt werden.

Zu diesem Projekt bin ich durch das Usability Lab des Studiengangs IMD in meinem 3. Fachsemester gekommen. Im Anschluss an das Seminar habe ich als Studentische Hilfskraft weiter an dem Projekt gearbeitet.


Phasen des Projekts:

  • 1. Phase (SS 2014): Entwicklung im FB Informatik
  • 2. Phase (WS 14/15): Usability Testing im Uselab im IMD-Uselab
  • 3. Phase (Feb - Mai 2015): Redesign und erneutes Testing im Rahmen meiner Arbeit als Studentische Hilfskraft
  • 4. Phase (Seit SS 2015): Neue Umsetzung im FB Informatik

Usability-Testing 1

Beim ersten Usability Testing im IMD Uselab zeigten sich massive Probleme bei der Benutzung der Plattform. Die Navigation und die graphischen Editoren, mit denen die Nutzer arbeiten sollten wurden nicht verstanden. Die Frustation der 10 Testpersonen war stark zu spüren. Viele der, im Test gestellten Aufgaben konnten nicht ausgeführt werden. Die Projektgruppe des Testing-Seminars sammelte die Ergebnisse in einer Tabelle (hier ein Ausschnitt) und Video-Zusammenschnitten der Testings. Diese wurden am Ende des Seminars dem Projektleiter präsentiert.


Redesign

Als Studentische Hilfskraft war ich verantwortlich für:

  • Übersetzung der Uselab-Ergebnisse in Anforderungsvorgaben
  • Debriefing
  • Überarbeitung der Informationsarchitektur (Flowcharts, Wireframes)
  • Testing der Informationsarchitektur
  • Interaktionskonzept
  • Screen-Design
  • Testing des neuen Designs anhand eines Dummies

Der Ansatz des neuen Designs lag in der Verbindung einer schematischen Darstellung der Konfliktparteien mit den modular zu erlernenden Kommunikationsmethoden.

Vorher

Die Plattform bildete die Lerninhalte nicht übersichtlich ab, es war kein Prozess zu erkennen. Die Methoden waren schwer zu finden und die Navigation, gesplittet in das sogenannte 'Thomann-Haus' und eine Kopfleiste und ein 3D-Raum, was die Nutzer verwirrte. Ihre Mentalen Modelle wurden nicht passend von der Plattform beantwortet, was zu Frustration führte.

Nachher

Die zu erlernenden Methoden sind alle im Footer aufgelistet, das Thomann-Haus stellt den Mittelpunkt der Plattform dar. Durch eine komplett neue und flache Interaktionsarchitektur fällt die Navigation in der Kopfleiste weg. Der Raum wird schematisch dargestellt. Das Design entspricht nun vielmehr dem einer Plattform, als einer Website und kann zudem auch auf Tablets gut genutzt werden.


Usability-Testing 2

Der zweite Test zeigte eine deutliche Verbessung der Usability. Obwohl der Test nur an einem Klickdummy aus den neu erstellten Screens bestand, wurden fast alle Funktionen richtig bedient. Die Nutzer fanden sich schnell zurecht und der didaktische Aufbau des Blended Learning ist den Nutzern klar geworden. Es kamen im Testing dennoch einige Verbesserungsmöglichkeiten auf, die in das Design übernommen werden konnten, bevor dieses von den Entwicklern des FB Informatik umgesetzt wurden.

Vorgehen beim Usability-Testing

  1. Zunächst wurden qualitative Daten von einigen Testpersonen aus der Zielgruppe erhoben. Diese wurden per Screencast und Webcam festgehalten.
  2. Aus den so erstandenen Videos wurden Kritikpunkte und Feedback kommuliert und schematisch mit Notizen in eine Tabelle gefasst.
  3. Im dritten Schritt wurde die Tabelle auf eine optisch klare Bewertung der einzelnen Kriterien reduziert.
  4. Für einen Vergleich mit dem ersten Testing wurden die positiven, neutralen und negativen Feedbacks ebenfalls kommuliert dargestellt.

Projektfortführung

Da ich das Projekt während meines Praxissemesters nicht weiter betreuen konnte, wurde das Design von einem anderen IMD-Studenten übernommen, der die weitere Einarbeitung der Testergebnisse ins Design übernehmen konnte und weiter am Visual Design der Plattform arbeitete, sodass der FB Informatik das Projekt im WS 2015/16 erneut umsetzen konnte.