Nyma ist ein Raumkonzept, das durch Sensorik und Vernetzung intelligent auf Menschen reagieren kann. Nyma bringt Menschen durch ihre Bewegungen und das Interagieren mit dem Raum in einen Flow-Zustand. Dabei beinflussen die Bewegungen den Raum und der Raum die Bewegungen.

Das Gruppenprojekt entstand als Semesterprojekt zum Thema ambient intelligent spaces in meinem 6. Fachsemester IMD.
Projektteam: Alexander Henker / Ivan Iovine / Nadine Mlakar / Marius Müller / Lukas Rabenau / Doreen Scheller
Meine Arbeitsfelder: Konzeption / Design / Cinema4D / vvvv



Der Flow

„Urbild des Menschen im Flow ist das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet.“

- Siegbert A. Warwitz


Der Begriff Flow bezeichnet den mentalen Zustandes einer völligen Vertiefung und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit, die wie von selbst geschieht. Kinder, die beispielsweise mit Lego spielen, beobachten, experimentieren und richten ihre Aufmerksamkeit ganz auf das Spiel. Das Zeitgefühl und die Außenwelt werden vollkommen ausgeblendet. In diesem Zustand sind keine Ablenkungen möglich.


Konzept

Die Idee

Das Ziel hinter dem Raumkonzept nyma ist es, Menschen durch ein immersives Erlebnis während ihrer Bewegungen in den Flow-Zustand zu versetzten. Der Raum soll durch eine immersive Experience dem Menschen seine Bewegungen spiegeln, ihn den Raum manipulieren und eine eigene Welt kreieren lassen. Im Flow können Fähigkeiten unterbewusst auf eine Weise trainiert werden, die bewusst nicht möglich ist. Wo bewusst gelenkte Bewegungen an ihre Grenze kommen, werden Bewegungen im Flow unterbewusst ausgeführt und können perfektioniert und neu wahrgenommen werden. In diesen Zustand sollen die Bewegungen im Raumkonzept führen.

Technical Proof of Concept


nymas Charakter

Nyma passt sein Verhalten, seine Präsentation und seine Anforderung adaptiv an seine Nutzer an.
Es gibt verschiedene Szenarien, die passend zur eigenen Stimmung und eigenen Vorlieben ausgewählt werden. Zunächst muss der Nutzer aktiv zwischen drei Grundszenarien wählen. Lernt nyma den Nutzer kennen, wählt es die Szenarien automatisiert.
Innerhalb der Szenarien darf das Anforderungsniveau den Nutzer weder über- noch unterfordern, da nur bei hohem, aber erreichbarem Anspruch ein Flowzustand erreicht werden kann. Daher adaptiert sich das Verhalten von nyma an die Bewegungsabläufe, fordert den nutzer aber gleichzeitig.


Die Grundszenarien

Auspowern

Der Nutzer hat die Option, durch ausprobieren gegnerische Partikel schlagen, wischen, boxen oder zu treten um diese zu verjagen, um den Begleiter zu beschützen. Nach kurzer Zeit synchronisiert man sich mit dem Raum und sieht seine eigenen Bewegungen gespiegelt. Es kommen immer mehr und schnellere, aggressivere Partikel, Überraschungseffekte und Sounds hinzu. Die Angriffe kommen von allen Seiten. Die Herausforderung wird größer und größer. In einer Entspannungsphase bekommt der Nutzer seine Bewegungen reflektiert.

Abschalten

Nyma umgibt den Nutzer ganzheitlich und Partikel blinken wie Sterne auf. Sie formen sich zu einer Art Energieball, welcher sich je nach Konzentrationslevel (gemessen durch Mindwave) zusammenhält oder auseinander fällt. In der Trainingsphase bilden die Partikel nach und nach ein Spiegelbild des Nutzers in den Sternen ab. Es ergeben sich Sternbilder und die Sterne beginnen sich zu drehen, bis ein Sternenwirbel aus Partikeln, Sternschnuppen und Sternbildern entstehen. Bei Erreichen des Flow-Zustandes beruhigt sich der Raum. Die Partikel simulieren einen Sonnenaufgang. Sie steigen in die Luft und signalisieren das Ende der Flow-Experience.

Spielen

Hier werden Nutzer dazu animiert, ihre Geschicklichkeit auszutesten. Bei Eintritt in das Szenario sammeln sich bunte Partikel und fallen zu Pfützen auf den Boden. Durch Blinken wird signalisiert, dass man in diese springen muss. Die Partikel steigen schnell hoch und simulieren dadurch den Fall in eine tiefere Ebene. So muss von einer Ebene in die nächste gesprungen werden. Die Pfützen werden immer scheller klein, sodass der Anspruch steigt. Als Überleitung zur Entspannungsphase spritzen die Partikel der letzten Pfütze an die Wand und hinterlassen eine Grafik, die die Bewegungsabläufe reflektiert.


Umsetzung

Um eine immersive Experience zu gewähren, ist das Raumkonzept in runder Form um den Nutzer aufgebaut. Dadurch lassen sich graphisch viele verschiedene Dimensionen erzeugen. Der runde Raum wird im Proof of Concept durch Projection Mapping von überlappenden Beamer-Projektionen auf eine dunkle, rund aufgespannte Leinwand aufgespannt und mit 5.1-Audio hinterlegt. Die gesamte Programmierung von nyma, inklusive Sensorik, Machine Learning, Visualisierung und Projection Mapping wurde mit der graphischen Prgrammierumgebung vvvv umgesetzt.