AIVA ist eine schwebende Begleiterin, die die individuellen Fähigkeiten eines Kindes erkennt und herauskitzelt. Mittels Sprache, Projektion und beweglicher Nesseln weiß sie diese gezielt zu fördern und das Kind zu motivieren.

Das Gruppenprojekt entstand als Semesterprojekt zum Thema Künstliche Intelligenz in meinem 1. Fachsemester MACD.
Projektteam: Ina Lenk / Ferdinand Henssler / Lukas Rabenau / Carla Schürjann
Meine Arbeitsfelder: Konzeption / Design / 3D Modeling / Animation



Artificial Intelligence

Explosionszeichnung von AIVA

„Ein System heißt intelligent, wenn es selbstständig und effzient Probleme lösen kann.“

- Klaus Mainzer

AIVA ist keine K.I. im Sinne einer „Vermenschlichung“ von Technik sondern ein intelligentes empathischem System, das als Companion Kinder begleitet, die selbst sehr empathisch ihre Umwelt kennen lernen. Hierzu fasst AIVA die Interaktionen des Kindes mit der Umwelt auf, erkennt Potenziale und Schwächen mithilfe verschiedner Sensoren, greift auf situativ passendes Wissen zurück und unterstützt das Kind gezielt durch Tipps, Projektionen, Anleitungen, führt beispielsweise seine Hand mit den Nesseln oder macht es subtil durch Leuten auf Dinge aufmerksam.


Valuing Abilities

AIVA ist gestaltet für eine Zielgruppe sogenannter "Newies", also Sechsjähriger, die gerade die Welt voller Faszination kennen lernen. Hier setzt sie gezielt in der Förderung von Potenzialen, Interessen und Schwächen an, die von anderen nicht in dieser Form entdeckt werden.

Sie begleitet das Kind, analysiert mittels ihrer K.I. sein Verhalten und entdeckt Möglichkeiten, es zu fördern. Dabei ist AIVAs Charakter vielmehr der eines helfenden Freundes, als der von Eltern oder Lehrern. AIVA ersetzt keine dieser Bezugspersonen, sondern ergänzt durch situativ relevante Untersützung. Drei Beispielszenarien zeigen nachfolgend einen kleinen Einblick in die Interaktion mit AIVA anhand der Persona Maximus, einem sechsjährigen Jungen, der 2050 mit seiner AIVA im Thüringer Cyber Valley lebt.

3D Druck: Prototyp von AIVA


Potentiale erkennen und fördern

Jedes Kind bringt unterschiedliche Fähigkeiten mit sich und sollte diese frei entfalten können. Häufig werden von Eltern und Erziehern allerdings eigene Wünsche in das Kind hineininterpretiert. AIVA als unabhängiger Begleiter, der das einzelne Kind im Blick hat, kann daher einen entscheidenden Unterschied bei der Förderung des Kindes machen. Potentiale können dank K.I. erkannt werden und die grundlegenden Bausteine für die Herausbildung eines handlungsbewussten Individuums sein.

AIVA analysiert Maximus beim 'Jelly Catching': Er schlägt schwach aber rhythmisch. Sie bringt ihn daraufhin immer wieder in Situationen, in denen er rhythmisch mitklatscht oder trommelt. Sein Vater ist begeistert und schlägt die Anschaffung eines Schlagzeugs vor. Nun kann AIVA dem Kind gezielt das Instrument beibringen um seine Fähigkeit fortzubilden.

Schwächen erkennen und beseitigen

Maximus Opa hat bald Geburtstag und würde sich über ein selbstgemaltes Bild von seinem Enkel freuen. Da Maximus bisher selten für seine zeichnerischen Fähigkeiten gelobt wurde, geht er davon aus, dass er das nicht gut kann. AIVA hat die Situation verfolgt und erkennt, dass er unmotiviert ist. Durch Auflegen ihrer Nesseln erkennt sie, dass Maximus Feinmotorik noch nicht genügend ausgebildet ist, um ihn flüssig zeichnen zu lassen. Um seine Kreativität zu fördern, bildet AIVA zunächst eine mögliche Vorlage für die Zeichnung ab. Maximus macht die ersten Striche.

Durch interessiertes Betrachten und gezieltes Nachfragen, vermittelt AIVA Maximus Wertschätzung für seine Zeichnung. Maximus setzt sich dennoch selbst unter Druck, was sich durch ein Verkrampfen seiner Hand abzeichnet und in der Zeichnung widerspiegelt. Um ihn motorisch zu unterstützen, legt sie daher ihre Nesseln auf seine Hand. Hierüber kann sie mit sanften Impulsen seine Handmuskulatur gezielt entspannen. Maximus Motorik wird dadurch spürbar fließender.

Interessen erkennen und fördern

Eine der Kernkompetenzen AIVAs liegt in der individuellen Wissensförderung. Aufgrund ihrer K. I. ist sie in der Lage auf die Interessen des Kindes, je nach situ- ativer Relevanz einzugehen und diese zu verknüpfen.

Am Wegrand finden Maximus und sein Freund eine tote Eidechse. Aufgeregt und neugierig knien sich die beiden vor das Tier. Intuitiv greift Maximus es am Schwanz, um es hochzuheben. Da sein Freund jedoch erschrocken aufspringt, lässt er die Echse sofort wieder fallen. AIVA schwebt näher heran und wird aktiv. Aufgrund ihrer Beobachtungen weiß sie um Maximus Begeisterung für Reptilien. Sie leuchtet auf und spricht zu den Jungen, erörtert den genauen Tiernamen und ermutigt Maximus, die Echse erneut hochzuheben. Dank ihrer K.I. weiß AIVA bestens über das Reptil Bescheid. Maximus fragt, woher das Tier wohl komme, woraufhin AIVA den natürlichen Lebensraum der Echse beschreibt. Sein Freund fragt, warum die Echse sich derart trocken anfühlt. Um das Phänomen nochmals kurz und einfach zu veranschaulichen, projiziert AIVA ein interaktives Hologramm auf den Boden.


Werkschau

Das Projekt AIVA wurde in einem Seminar zum Thema Künstliche Intelligenz gestaltet und Ende des Semesters auf der Werkschau der HS Pforzheim ausgestellt. Dazu wurde den Besuchern das Thema K.I. und die jeweiligen Zielgruppen anhand von Gegenständen und Bildern der Persona vorgestellt und die Projekte in kurzen Texten beschrieben. Für AIVA